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Religionsunterricht

Kirche - Schule - Religionsunterricht

Nach Artikel 7 Abs.3 des Grundgesetzes, Art. 18 Landesverfassung sowie den §§ 96-100 des Schulgesetzes ist konfessioneller Religionsunterricht eine staatliche Unternehmung. Wie bei jedem anderen ordentlichen Lehrfach hat der Staat dafür Sorge zu tragen, dass auf der Grundlage der geltenden rechtlichen Bestimmungen Religionsunterricht erteilt wird.

Im Bereich der Schulen besteht allerdings eine „res mixta" zwischen Staat und Kirche: Der Staat ist für die Einrichtung des Religionsunterrichts zuständig, die Kirchen tragen die inhaltliche und eine teilweise personelle (Pfarrer, Religionspädagogen, Diakone) Verantwortung. Die kirchliche Zuständigkeit liegt beim jeweiligen Schuldekan. Darüber hinaus sind unsere Grund-, Haupt- und Gemeinschaftsschulen „christliche Gemeinschaftsschulen".

In allen Schularten finden regelmäßige Schul- und Schülergottesdienste statt. Adventsandachten, Feiern zum Kirchenjahr, Einkehrtage für Schülerinnen und Schüler – Kirche gestaltet in unterschiedlicher Ausprägung das Schulleben und die Schulgemeinschaft ganz wesentlich mit.

 

Religionsunterricht - ein gefragtes Fach

Mit dem Religionsunterricht leisten die Kirchen einen integralen Beitrag zu einer umfassenden Bildung in der Schule. Religionsunterricht ist ein gefragtes Fach. 18 % der nicht-evangelischen Schüler nehmen freiwillig daran teil. Immer deutlicher wird, dass die orientierende Sinn-, Wert- und Lebensangebote als zentral empfunden werden.

Religionsunterricht ist in jeder Klassenstufen von Klasse 1-13 als verpflichtendes und versetzungspflichtiges Fach in der Stundentafel festgeschrieben. In Klasse 8 wird er 1-stündig erteilt, sonst sind jeweils 2 Wochenstunden vorgesehen.

 

Nicht getaufte Kindern und Kinder, deren Eltern keine Kirchenmitglieder sind, können auf Antrag der Eltern in den evangelischen Religionsunterricht aufgenommen werden. Über den Antrag entscheidet die jeweilige Fachlehrkraft.

 

Dem Religionsunterricht liegen an allen Schularten die Bildungspläne mit ihren jeweiligen Bildungsstandards und Kompetenzen zugrunde.

 

 

Gerade jetzt!

10 Thesen, warum der Religionsunterricht in der Corona-Zeit unverzichtbar ist

Religion – wozu soll das jetzt gut sein? So oder ähnlich scheinen viele für die öffentliche Schulbildung Verantwortliche gedacht zu haben, als es darum ging, schulische Antworten auf die durch die Corona-Krise notwendig gewordenen Schutzmaßnahmen zu finden. Rasch und viel zu selbstverständlich wurde von Seiten der Ministerien und Schulleitungen eine Scheidelinie gesetzt – zwischen Kernfächern, auf die sich der reduzierte Schulbetrieb konzentrieren sollte, und Randfächern, die man entbehren kann, wenn es hart auf hart kommt.
Folglich kamen letztere in den Monaten der Corona-Beschulung kaum mehr zum Zuge – auch der Religionsunterricht nicht, um den es hier geht.

Die folgenden Thesen legen dar, weshalb der Religionsunterricht in der Corona-Zeit am Ort der Schule unverzichtbar ist. Sie entspringen nicht der defensiven Absicht, das Existenzrecht eines Schulfaches in Zeiten akuter Gefährdung zu behaupten. Vielmehr geht es hier ums Ganze: das Recht der Kinder und Jugendlichen auf umfassende Bildung. In Zeiten grundstürzender existenzieller Erschütterungen und eines entsprechend gestiegenen Orientierungsbedarfs ist eine solche weit gefasste Bildung wichtiger denn je. Daher gilt: Gerade jetzt darf der Religionsunterricht nicht ausfallen!